Foto: MPreis/Simon Rainer

Aktiver Supermarkt

Der MPREIS-Supermarkt in Pinswang ist in Passivhaus-Bauweise errichtet - was ihn aber eher zu einem aktiven Supermarkt macht. Schließlich stellt er seine Energie selbst her.

Supermarkt ohne Heizung

Der Tiroler Lebensmittelhändler MPREIS ist bereits seit Langem bekannt dafür, dass sich seine Supermärkte durch teilweise spektakuläre Architektur auszeichnen. Mit dem im Jahr 2012 im Außerferner Pinswang errichteten Supermarkt ist das Tiroler Familienunternehmen noch einen bedeutenden Schritt weitergegangen, denn die Filiale ist als erster Supermarkt Mitteleuropas in Passivhaus-Bauweise zertifiziert worden.

Das neue Geschäft liegt nicht nur verkehrstechnisch optimal, die Nähe zum Naturschutzgebiet „Natura 2000“ hat die Verantwortlichen von MPREIS und den ausführenden Architekten Raimund Rainer inspiriert, in Pinswang etwas ganz Besonderes auf die Beine zu stellen. So hat Architekt Rainer ausgenutzt, dass sich direkt neben der Filiale ein Betonwerk befindet, lange Anfahrtswege des Baumaterials konnten so verhindert werden.

In seiner interessanten architektonischen Ausgestaltung des Gebäudes hat Rainer unter anderem Fluss-Kieselsteine aus dem nahen Lech verarbeitet und in die betonierte Decke und in den Glasfronten des Café-Bistro BAGUETTE sind gut sichtbar Blätter aus dem angrenzenden Auwald eingelassen worden. Das verleiht dem Supermarkt einen ganz eigenen Charme, maßgeblich für den Passivhaus-Status sind aber andere Faktoren. So ist – in enger Zusammenarbeit mit Wolfgang Feist, Professor für energieeffizientes Bauen an der Uni Innsbruck und Leiter des Passivhaus-Instituts – das Gebäude extrem energiesparend ausgelegt.

Die Passivhaus-Bauweise und dreifach verglaste Kühlschränke und Truhen in Kombination mit der Technologie, dass die Abwärme sämtlicher Kühlmöbel des Supermarktes zum Heizen verwendet wird, lässt den Gesamtenergieaufwand dieses Supermarktes um fünfzig Prozent sinken. Der Markt selbst verfügt über keine eigene Heizungsanlage mehr. Vergleicht man den Passivhaus-Supermarkt in Pinswang mit anderen neu errichteten Filialen, dann ergibt sich eine jährliche Einsparung von 10.000 Litern Heizöl. Das wiederum reduziert die CO2-Belastung um 32,5 Tonnen im Jahr – die Umwelt freut sich. Aber freut das auch die Buchhaltung von MPREIS? Unternehmens-Sprecherin Ingrid Heinz sagt: „Natürlich erfordert die Errichtung eines Passivhauses höhere Investitionen. Aber bereits nach fünf bis zehn Jahren werden sich diese Mehrkosten amortisiert haben, also ist dieser Weg nicht nur in ökologischer, sondern auch in wirtschaftlicher Sicht eine Winwin-Situation für MPREIS. Wir werden diesen Weg auf alle Fälle weitergehen, Ökologie ist uns ein Anliegen und wir glauben, dass wir da auch eine Art Vorbildwirkung haben.“ Hat das Unternehmen – schließlich hat das Land Tirol die ökologische Pionierleistung des ersten Passivhaus-Supermarktes mit dem internationalen Umweltpreis „Energy Globe Award Tirol 2014“ ausgezeichnet. 2014 wurde in Natters der zweite MPREIS-Passivhaus-Supermarkt eröffnet. Weitere Passivhaus-Filialen werden vom heimischen Familienunternehmen 2015 in Patsch und am Eingang des Ötztals errichtet.

Nachhaltiges Bauen und Wirtschaften muss also kein Widerspruch sein und so finden sich auf den Dächern der MPREIS-Filialen auch zunehmend „Sonnenkraftwerke“ in Form von Photovoltaik-Anlagen, womit sich bereits ein erheblicher Teil des Energiebedarfs decken lässt. Für MPREIS ist das Thema Ressourcenmanagement nicht nur ein modernes Schlagwort, sondern längst Teil der Firmenphilosophie. Die wachsende Zahl an energiesparenden Passivhaus-Supermärkten stellt das unter Beweis.


Interessiert an noch mehr Infos? Wie energieeffizient die Tiroler Wirtschaft überhaupt baut, davon berichtet unser Beitrag "Energiebotschafter Tirols" im Dossier Energieeffizientes Bauen.

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