Foto: Andreas Friedle

Lösungen mit System

"Knapp ein Viertel unserer Clustermitglieder hat sich auf energieeffizientes Bauen spezialisiert und tauscht sich regelmäßig aus", erklärt Cluster Erneuerbare Energien Tirol-Manager Klaus Meyer das Prinzip zum Vorsprung.

An vorderster Front

In Tirol ragen nicht nur die schönsten Berge in den Himmel. Längst stellt der Standort mit Anlagen wie dem Lodenareal oder dem Olympischen Dorf 3 einige der attraktivsten Vorzeigeobjekte für energieeffizientes Bauen in Europa. Und dafür gibt es einige Gründe:

Zum einen kommen Innovationsführer für Passivhauskomponenten wie das Unternehmen Freisinger Fensterbau aus Tirol. Desweiteren setzen zentrale Wohnbauträger wie die Neue Heimat Tirol verlässlich auf das Thema. Zudem liefert die Universität Innsbruck wissenschaftliche Expertise mit gleich drei spezialisierten Professuren. Ein eigenes Passivhauinstitut rund um Passivhauserfinder Wolfgang Feist ist in Innsbruck niedergelassen. Und zusätzlich zu all diesem treibt der Cluster Erneuerbare Energien Tirol noch Anwendungsforschung durch Vernetzung voran.

Als „Heizung der Zukunft“ gelten vom deutschen Passivhausinstitut zertifizierte Passivhausfenster. Und auf solche setzt das Ebbser Unternehmen Freisinger Fensterbau schon seit 1998. Eine ganze Reihe von Entwicklungen und Patenten später, ist die Tiroler Handwerksmanufaktur heute international als Vorreiter für energiesparende Holz- und Holz-Aluminium-Fenster bekannt. Über die von Freisinger gegründete Unternehmensgruppe Optiwin produzieren und vertreiben 14 europäische Unternehmen die Fensterinnovationen des Hauses. Darunter auch rahmenlose Passivhausfenster, bei denen durch subtile Optik das Fenster für den Betrachter „verschwindet“. Nur das Glas ist von außen sichtbar, und auch innen bleibt der Rahmen fast unsichtbar. Der Fensterrahmen ist komplett überdämmt.

Freisinger ist eines von vielen Unternehmen, das im Rahmen seiner Forschung und Entwicklung mit der Uni Innsbruck zusammenarbeitet. Die Forschungsgruppen an der Fakultät für Bauingenieurswissenschaften – Prof. Wolfgang Feist (Bauphysik), Prof. Michael Flach (Holzbau) und Prof.  Wolfgang Streicher (Energieeffizientes Bauen und erneuerbare Energien) bieten dem Standort und seinen Wirtschaftstreibenden schließlich ein Alleinstellungsmerkmal, das seinesgleichen sucht. Wolfgang Feist, der den Arbeitsbereich Energieeffizientes Bauen am Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften leitet, stellt fest: „Die Erfahrung zeigt, dass in unserem Sektor engagierte Klein- und Mittelbetriebe eher radikale Neuheiten zu entwickeln vermögen als große Unternehmen. Mit meiner Forschungsgruppe arbeite ich zurzeit unter anderen mit den Firmen Siko Solar und Holzbau Schafferer zusammen: es geht um die Entwicklung neuer Produkte und Komponenten zur Nutzung sämtlicher Energieeffizienzpotenziale eines Gebäudes.“

Neuheiten, wie sie in Kooperation mit der Uni auch in Kramsach entstanden sind. Dort bietet die Aktivhaus-Wohnanlage Kramsach – ein von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft gefördertes Demonstrationsprojekt – ihren Bewohnern ein Wohlfühlklima, das aus innovativen Wänden kommt. Grundlage sind aus einer neuen Holz-Lehm-Konstruktion gebaute Wände, die dem Baukörper die erforderliche Masse zum Speichern von Wärme und Feuchtigkeit bereitstellen. Wegbereiter solcher Kooperationen ist in der Regel der Cluster Erneuerbare Energien Tirol. „Knapp ein Viertel der 60 aktiven Mitglieder aus Wirtschaft und Wissenschaft, darunter auch Komponentenhersteller wie Freisinger oder der Wärmepumpenspezialist Heliotherm, hat sich auf energieeffizientes Bauen spezialisiert und tauscht sich regelmäßig aus“ erzählt Klaus Meyer, der Manager des Cluster Erneuerbare Energien Tirol zusammen. Und genau darin sieht Meyer den zentralen Vorteil: „Der Austausch im Cluster nährt innovative Systemlösungen. Und diese sind die beste Voraussetzung für den energieeffizienten Tiroler Wohnbau, um auch künftig an vorderster Front zu stehen.“


Cluster Erneuerbare Energien Tirol

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