Foto: Standortagentur Tirol

Medical Wellness statt Stressness

"Professionell begleitete Aktivurlaube in mittlerer Höhe bringen mannigfaltige Gesundheitseffekte", weiß der Tiroler Mediziner Wolfgang Schobersberger.

Kurzurlaub für die Gesundheit

Der Mediziner Wolfgang Schobersberger ist Direktor des Instituts für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus in Innsbruck und Hall. Er betreut nicht nur nationale und internationale Spitzensportler, sondern forscht unter anderem zur Wirkung von Urlaub auf die Gesundheit. Als Sport- und Gesundheitsexperte, weiß er, worauf es beim Urlauben ankommt. Wir haben ihn befragt:

Herr Schobersberger, was haben Sie herausgefunden?

Wolfgang Schobersberger: Unsere Studien konnten eindrucksvoll nachweisen, dass ein individuell erstellter und von professionellen Coaches begleiteter Aktivurlaub in mittlerer Höhe sowohl bei Personen mit metabolischem Syndrom als auch bei einem „nur“ gestressten Gästeklientel mannigfaltige Gesundheitseffekte zur Folge hat. Da der Trend vermehrt zu kürzeren, aber häufigeren Urlauben geht, möchten wir mit AMAS III herausfinden, wie man solche Kurzurlaube so erholsam und nachhaltig wie möglich gestalten kann.

Wie sieht dies im Einzelnen aus?

Schobersberger: Wir wollen uns einen Kurzurlaub, den wir genau definiert haben, kombiniert mit einem sinnvollen Programm anschauen, das wir aus früheren Teilen der AMAS-Studie kennen. Also moderate Bewegung, mit mentalem Entspannungsprogramm und auch mit Wellness bzw. Regenerationseinheiten. Dabei führen wir umfangreiche Messungen, wie ein EEG und die Messung der Herzratenvariabilität, vor und nach dem Kurzurlaub unserer Probanden durch. Und wir testen diese dann noch einmal einige Wochen, nachdem sie in ihren Alltag zurückgekehrt sind, um die Nachhaltigkeit zu überprüfen. Das Projekt startet im Frühjahr und bereits Ende 2015 liegen uns die Daten von AMAS III vor.

Was erwarten Sie von der neuen Studie?

Schobersberger: Neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen ist es wichtig, dass der Gast dabei etwas lernt, das er mit nach Hause nimmt und dort auch umsetzt. Unsere Erfahrung ist, dass Gäste während des Urlaubs häufig übertreiben. Da sagen wir, lieber Freund, du bewegst dich jetzt mit einer Pulsuhr, sodass es für dich einen Benefit hat. Das heißt also „Bewegen lernen“. Auf was muss ich aufpassen, wenn ich so ein kleines Trainingsprogramm für mich zusammenstelle? Welche Entspannungsübungen gibt es? Wie ernähre ich mich gesünder? Ein Urlaub von drei Wochen kann nie den Stress des restlichen Jahres kompensieren – zumal heutzutage kaum einer drei Wochen am Stück Urlaub macht. Er ist zwar wichtig, aber wir sagen mit unserem Ansatz: Der Urlaubsgast kann bei einem sinnvoll gestalteten Kurzurlaub viel mitnehmen, was er zu Hause wirklich umsetzen kann, was ihm im Alltag etwas bringt und dabei hilft, seine Batterien immer wieder aufzuladen.

Was sind Ihre Ziele mit der Studie?

Schobersberger: Wir wollen auf der Basis dieser Studie mit möglichen Partnern touristische Pakete schnüren und auf dem Markt anbieten, die es in dieser Form bis jetzt gar nicht gibt.

Was ist besser, einmal einen langen Urlaub oder mehrere verteilt über das Jahr?

Schobersberger: Ich würde das Ganze eher anders angehen. Wir haben mit den zu erwartenden Erkenntnissen etwas, das Urlaub noch individueller und vor allem nachhaltiger macht. Dabei können wir natürlich sagen für welche Klientel welche Urlaubsform etwas bringt. Letztendlich ist es immer der Gast der bestimmt. Wir wollen und müssen diesen Kundenwünschen mit Forschung entgegenkommen.

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