Foto: Medizinische Universität Innsbruck/Ch. Lackner

Exzellenz

Den klinischen Neurowissenschaften der Medizinischen Universität Innsbruck bestätigt der Österreichische Wissenschaftsrat einige exzellente klinisch-wissenschaftliche Schwerpunkte mit internationaler Ausstrahlung.

Wege zur Gesundheit

Medizinische Universität Innsbruck, 38 Universitätskliniken und Top-Firmen wie Elektrodenprofi Leonhard Lang - das sind nur einige der Einrichtungen in Tirol zum Wohlergehen der Bevölkerung. Sie feiern Erfolge wie rund 400 Herztransplantationen und erzielen dabei überdurchschnittlichen Erfolgsraten. Die Tiroler Medizin ist ja auch nicht erst seit heute erfolgreich. Vielmehr hat sie eine lange Tradition:

Bereits Philippine Welser, die im 16. Jahrhundert Erzherzog Ferdinand II. heiratete, setzte Naturhausmittel ein. Sie wusste, wie viele Innsbrucker Frauen, um die Wirkung von Pflanzen und führte zu ihrer Anwendung Buch. Besonders bekannt für ihre heilenden Fähigkeiten war auch die Heilpraktikerin Ursula Steinkasserer, genannt Paßler-Ursche. Sie heilte Wunden durch verschiedene Salen, bei Knochenbrüchen verwendete sie ein selbst gemachtes schmerzstillendes Wasser sowie Pechpflaster aus Roggenmehl, Pech und Pollestein und zum Blutstillen nahm sie pulverisierte Fichtenholzkohle zur Hand.1

Besonders geschätzt wurden auch die ungewöhnlichen Heilmethoden des Joseph Ennemoser aus Passeier. Er war Leibarzt des Freiheitskämpfers Andreas Hofer sowie überzeugt von dem sogenannten Mesmerismus, vergleichbar mit Magnetismus. Dabei soll Streichen über bestimmte Körperregionen magnetische Kräfte aktivieren, die die Muskelkraft erhöhen, die Atmung stabilisieren und die Verdauung fördern. Zudem war Ennemoser der Meinung, dass Krankheiten durch Anregen der Selbstheilungskräfte geheilt werden können – eine Erkenntnis, die heute noch Gültigkeit hat.

Und auch im Bereich der konventionellen Medizin ist Tirol seit jeher mittendrin statt nur dabei. Schon 1307 entstand das Innsbrucker Stadtspital zum heiligen Geist. 1674 war die Medizinische Fakultät der Universität Innsbruck eine von deren Gründungsfakultäten. Später, 1722, entstand der erste Lehrstuhl für Chirurgie. Die Ärzte operierten zu dieser Zeit noch in den Wohnungen der Kranken. 1742 verpflichtete schließlich eine Reform die Ärzte, die Betreuung des Stadtspitals zu übernehmen. An der heute eigenständigen Medizinischen Universität Innsbruck erlangen regelmäßig rund 3.000 Studierende medizinisches Wissen. Und die Universitätskliniken erbringen auf 885.000 m² umbautem Raum Leistungen im weltweiten Spitzenfeld. So unter anderem an der Universitätsklinik für Herzchirurgie, an der man im letzten Jahr 400 Herztransplantationen, darunter Transplantationen bei 25 Kindern, seit 1983 bekannt gegeben hat, bei denen die Messwerte für den Erfolg beim „Ein-Jahres-Überleben“ bei 96 Prozent sowie beim „10-Jahres-Überleben“ bei knapp 70 Prozent, der internationale Wert beträgt hier nur 55 Prozent, liegen.

Weltweit agierende Medizintechnik-Unternehmen wie Med-El oder Leonhard Lang ergänzen den umtriebigen Medizinstandort Tirol. Während Med-El Weltmarktführer bei mikroelektronischen Cochlea-Implantaten mit rund 1.500 Mitarbeitern weltweit ist, entwickelt und produziert Lang EKG-Elektroden, Chirurgie-Elektroden, Defibrillationselektroden und viele andere medizinische Spezialitäten. Überhaupt ist die Tiroler Medizintechnik ein wichtiger Player im Cluster Life Sciences Tirol. Gemessen an der Einwohnerzahl hat Tirol allein mit 18 Kernunternehmen der Branche, welche über 2.100 Personen beschäftigen, eine höhere Dichte an Medtech-Unternehmen als Wien.

Das einstiegs beschriebene frühe Wissen rund um die gesundheitsfördernde oder heilende Wirkung von Pflanzen kommt am Standort heute sogar verstärkt zum Einsatz: so zum Beispiel beim Naturkosmetik-Hersteller Alpienne oder der Latschenöl-Brennerei Josef Mack GmbH & Co. KG. Auf „alles High-Tech“ oder Phytoneering lautet es in diesem Umfeld dann bei Bionorica, dem Phythoparmaka-Spezialisten aus dem bayrischen Penzberg, der in Innsbruck mit der Bionorica Research GmbH ein eigenes Forschungsunternehmen betreibt und zur Suche nach neuen Wirkstoffen und deren genauester Analyse eng mit dem Institut für Pharmazie und dem Austrian Drug Screening Institute der Universität Innsbruck zusammenarbeitet.

Ob klassisch oder seit jeher naturverbunden – in und aus Tirol führen viele Wege zur Gesundheit und zum Wohlergehen der Menschen.

 

1 Die beschriebenen Methoden sind lediglich zur Darstellung der Historie gedacht und nicht zur eigenen Anwendung!


Ausgewählte Links:
Univ.-Klinik für Herzchirurgie, Medizinische Universität Innsbruck
Institut für Pharmazie, Universität Innsbruck
Medizintechnikbranchenkatalog für Tirol, Südtirol und das Trentino

 

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