Foto: Standortagentur Tirol

Freiraum

Den ortet Hanni Gleinser für die Gäste der Ferienwohnungen im elterlichen Haus. Die Kinder der Gäste dürfen die Tiere mitbetreuen - wie das schwarze Lamm im Bild, das heuer zur Welt gekommen ist. Im Hintergrund das Haus mit den Gäste-Appartements.

Private Selbstverpfleger

Schickes Hotel mit Vollpension oder doch lieber Ferienwohnung? - Urlaub kann so verschieden sein und entsprechend schwer dürfte so manchem die Auswahl fallen. Die Stubaierin Hanni plaudert aus dem Nähkästchen der Tiroler Vermieter von Ferienwohnungen.

Die Vorteile eines Hotels mit Vollpension im Gegensatz zu einer Ferienwohnung liegen auf der Hand: Man muss sich um nichts kümmern, weder das Bett machen noch das Essen kochen. Doch was sind die Vorteile einer Ferienwohnung? Da gibt’s so einige, die auch Hanni von sich und ihren Urlaubern kennt. Gemeinsam mit ihren Eltern bietet sie im Tiroler Neustift im Stubaital zwei Ferienwohnungen an. Damit ist die Familie einer von 14.700 Privatvermietern in Tirol.

Alles fing mit einem neuen Haus an, das ihre Eltern gebaut haben. Die damals neu errichteten Ferienwohnungen sollten als zusätzliche Einnahmequelle neben der Landwirtschaft dienen. Das ist mittlerweile 15 Jahre her. Hanni unterstützt, wo sie nur kann, zum Beispiel bei der Buchungskorrespondenz oder beim Saubermachen. Später wird sie die Vermietung der Wohnungen eventuell übernehmen. Warum nicht, schließlich scheint das Geschäft mit den Ferienwohnungen langfristig ein lukrativer Markt zu sein. Denn betrachtet man die letzten zehn Jahre, so können die Ferienwohnungen den größten Nächtigungszuwachs im Vergleich zu anderen Übernachtungsmöglichkeiten verbuchen. Schon fast ein Drittel aller Nächtigungen von Gästen (30 Prozent) ging in der Wintersaison 2014/2015 auf Angebote von Ferienwohnungen zurück. Bzw. zählten private und gewerbliche Anbieter von Ferienwohnungen rund 8 Millionen Nächtigungen und damit fast so viele wie die 4- und 5-Stern-Hotels mit gemeinsam 8,4 Millionen Nächtigungen.

Im Winter sind Ferienwohnungen besonders beliebt. Doch Stammgäste von Hanni kommen auch regelmäßig im Sommer. So zum Beispiel ein Professor aus Deutschland, der sich jeden Sommer drei Wochen lang in Tirol erholt und mittlerweile ein Freund der Familie geworden ist. Eine Familie mit kleinen Kindern kommt regelmäßig aus Interesse an der kleinen Landwirtschaft. Die Kinder dürfen dort die Schafe füttern. „Einmal haben holländische Gäste sogar die Kühe selbst gemolken und zum ersten Mal frische Milch direkt getrunken“, erzählt Hanni. Sie erkennt im Kontakt zu den Gästen echte Vorteile: „In einem Hotel kann man sich nicht so viel Zeit für die einzelnen Leute nehmen“, weiss sie aus ihrer Erfahrung von der Arbeit in einem Hotel. Sie mag den Kontakt zu den Menschen und findet es gut, dass dieser nicht zwanghaft ist: „Die Gäste, wie auch wir als Vermieter, haben ihre Freiräume und müssen sich auch nicht an Öffnungs- oder Essenszeiten halten“, sagt sie und hat ein weiteres Plus parat: „Da keine weiteren Gäste im Haus sind, genießen unsere Leute weit mehr Privatsphäre als im Hotel."

Ferienwohnungen stellen also eine echte Alternative vor allem für Individualisten dar. Was man jedoch lieber möchte – einen voll verpflegten Hotel-Urlaub oder den völlig flexiblen Urlaub in einer Ferienwohnung – das sei einem selbst überlassen.

 

Private Ferienwohnungen in Tirol

 

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