Foto: Andreas Friedle

Kalifornien, Köln, Innsbruck

Der Kölner Tom Suesskock ist General Manager von Armada Europe, die ihre Zentrale von Zürich nach Innsbruck verlegte - weil "Innsbuck der ideale Platz ist" und "dir etwas zurückgibt".

Der ideale Platz

Der erfolgreiche Freeski-Sportler Tanner Hall hat Aspen zu seinem Wohnzimmer gemacht, mit der Big Air-Goldenen bei den X Games 2001 in Mount Snow betrat er sozusagen das Vorzimmer, bevor er es sich in Colorado so richtig gemütlich machte. Sechs Goldene (SlopeStyle und Superpipe) von 2002 bis 2008 bedeuten X Games-Rekord, vier Mal Silber sind bei ihm die Draufgabe. Dabei kann Hall schon eine ganze Weile auf seine eigene Armada zugreifen.

Denn im Jahr 2002, gerade 19 Jahre alt, kündigte der Mann aus Montana sein äußerst lukratives Engagement bei einem europäischen Skihersteller und gründete zusammen mit vier anderen Top-Freeskiern und dem Ski- und Snowboardfotografen Chris O’Connell eine eigene Skifirma – Armada Skis.

„Die Freeski-Szene hat sich in den 90er Jahren rasant entwickelt, die ersten Twintips sind damals auf den Markt gekommen, die ersten Contests haben stattgefunden. Viele Fahrer fühlten sich jedoch von ihren Sponsoren nicht wirklich ernst genommen. Und so gründeten sie das eigene, ihren Vorstellungen entsprechende Label, um für sich selbst optimales Material herzustellen“, beschreibt Tom Süsskoch, der als General Manager von Armada Europe seit August 2012 in der Tiroler Landeshauptstadt arbeitet, die Armada-Entstehung. Die ersten Ski wurden noch in den USA selbst in Garagen gepresst, schon bald griff man jedoch auf das Knowhow europäischer Produktionsstätten zurück und brachte zudem die Ski in Europa auf den Markt. Der Absatz wuchs und so entschied man sich zunächst für einen Standort in Zürich, um das europäische Geschäft weiter anzukurbeln. 202 verlagerte man die Europa-Zentrale dann nach Innsbruck. „Der Standort Innsbruck verbindet mehrere Vorteile. Auf der einen Seite sind wir hier im Herzen unseres größten europäischen Markts. Auf der anderen Seite können wir am Patscherkofel, auf der Seegrube, auf den Gletschern direkt vor der Haustür ausgiebig die neuen Skidesigns testen“, so der Armada-Mitarbeiter. Vor allem aber sei es die Wintersportkultur, die ihn hier so beeindruckt: „Du gehst durch die Stadt und siehst überall Menschen mit Ski auf der Schulter, bei jedem zweiten sind es noch dazu Ski mit progressiven Rockeroder Twintip-Designs. Das gibt dir einfach etwas zurück, du siehst, dass deine Arbeit angenommen wird.“

Bei Armada ist für jeden etwas dabei. „Wir haben inzwischen eine Palette von 27 Ski. Wichtig ist uns eins: Wir bauen Ski, mit denen jeder Spaß haben kann“, erklärt Süsskoch die Firmenphilosophie. Spaß machen allein schon die Namen der Armada-Ski, die Halo, THall, Magic J oder Bubba heißen. Und nicht nur die Namen sind eher ungewöhnlich. „Wir differenzieren uns auf vielfältige Weise, wir arbeiten zum Beispiel seit Anfang an eng mit verschiedensten Künstlern beim Designen der Ski zusammen.“ Eine Inspiration, die auch über den Ski hinausgeht. Im Laufe der Jahre hat Armada sein Angebot nämlich um Outerwear erweitert. Bis auf Schuhe und Bindung kann man inzwischen im kompletten Armada-Style in den Schnee. „Mittlerweile erzielen wir einen beachtlichen Umsatzanteil mit der Outerwear“, sagt der gebürtige Kölner, für den Innsbruck der ideale Platz für Armada Europa ist.


Armada Skis
 

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