Foto: Andreas Friedle

Wellen schlagen

Harald Gohm: "Innsbruck wird eine europaweit sichtbare Vorreiter-Stadt."

Projekt sprengt Dimensionen

Smartes Leben: Der Standort Tirol profitiert vom EU-Projekt Sinfonia, ist Harald Gohm, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, überzeugt. Zudem wird es Triebfeder für weitere Entwicklungen sein.

Innsbruck ist neben Bozen die Pionierstadt des EUProjekts Sinfonia. Was heißt das für die Tiroler Landeshauptstadt?

 

Harald Gohm: Innsbruck wird europaweit sichtbare Vorreiter- Stadt auf dem Gebiet der ressourcenschonenden Energienutzung und macht einen Riesenschritt zur sogenannten „Smart City“. Der Energieentwicklungsplan der Stadt wird kräftig vorangetrieben. Da sehr viele Kompetenzen am Standort – von Forschung, Wohnbauträgern, Energieversorgung bis hin zu einer Vielzahl von Unternehmen – vom Start weg einfließen, sind die Qualität der Maßnahmen und die Erfolgsaussichten besonders hoch.

 

Was ist eigentlich für den Standort Tirol das Besondere an Sinfonia?

 

Gohm: Der Standort Tirol profitiert gleich vierfach. Weil sowohl Wertschöpfung, Wissen, internationale Sichtbarkeit beim zentralen Zukunftsthema Energie, aber vor allem auch die Lebensqualität der Bewohner gesteigert werden. Und mehr Lebensqualität kommt nicht nur der Tiroler Bevölkerung zugute. Sie ist auch ein wichtiges Argument bei der Ansiedlung von internationalen Unternehmen und Fachkräften.

 

Inwieweit profitieren Tiroler Unternehmen und andere Akteure?

 

Gohm: Da sind wir jetzt bei der angesprochenen Wertschöpfung und dem Wissen. Zuerst werden die umfassenden Sanierungen einen Schub für die Bauwirtschaft bringen und so auch die Tiroler Beschäftigung maßgeblich stärken. Weiters erwarte ich mir aber, dass die beteiligten Betriebe und Forschungseinrichtungen das spezifische Know-how, das sie in diesem Projekt als Pioniere der Energietechnologien erarbeiten, erfolgreich in Form neuer Produkte und Dienstleistungen international vermarkten.

 

Die Standortagentur kümmert sich seit 2010 darum, EU-Förderungen nach Tirol zu bekommen. Ist Sinfonia das bisherige Highlight?

 

Gohm: Das Projekt sprengt Dimensionen. Bezogen auf die Gesamtfördersumme von rund 27 Millionen Euro ist es das bisher größte FP7-Projekt aus dem Bereich Energie, das nach Tirol geholt werden konnte, zudem ist es das größte Projekt aus dem Programm Smart Cities, das je nach Österreich kam. Man muss hier auch der Politik danken. Weil diese so konsequent in die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft investiert und es uns ermöglicht hat, innovationsstarke und kooperationsfähige Cluster aufzubauen, waren die Voraussetzungen nun da. Jetzt ist es einfach großartig zu sehen, wie engagiert Unternehmen, Forschungsinstitute und Verwaltung eng vernetzt an wesentlichen Zukunftsfragen arbeiten.

 

Kann Sinfonia ein Ankick sein, die Region Tirol grüner und smarter zu machen?

 

Gohm: Die Standortpolitik will das bereits. Achtsamkeit ist ein zentraler Wert der Marke Tirol und grüne Technologien sind und bleiben der Innovationsmotor der Zeit. Dass Sinfonia zeigt, was möglich ist, macht es zu einer neuen Triebfeder. Anders gesagt: Der große Stein im Wasser wird entsprechende Kreise ziehen und Wellen schlagen.

 

Dieser Beitrag ist auch im Standort Tirol, Ausgabe 04/2014 erschienen. Die gesamte Online-Ausgabe können Sie hier lesen.

 

 

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