Ins weihnachtliche Licht gerückt

Noch mehr festliche Glücksmomente weltweit will das Innsbrucker Unternehmen MK Illumination mit der Digitalisierung von Geschäftsprozessen und einem neuen digitalen Geschäftsmodell schaffen.

Die slowenische Hafenstadt Koper, das Westfield Shoppingcenter in London oder die Eastwood City in Manila – sie alle wurden 2018 vom Innsbrucker Beleuchtungsspezialisten MK Illumination ins weihnachtliche Licht gestellt. Und die festliche Beleuchtung gewinne immer mehr an Bedeutung, sagt Rogier Wesling, Managing Director und Chief Digital Officer bei MK Illumination: „Es ist ein riesiger Markt in einer spezifischen Nische. Wir sehen noch ein deutliches Wachstum. “Um dies zu erreichen, setzt man vorerst ein Jahr der Konsolidierung – und Digitalisierung. „Nicht nur in Innsbruck, sondern als Basis für die globale Organisation“, sagt Wesling. Einerseits will man Geschäftsprozesse digitalisieren, andererseits via IT neue Geschäftsmodelle erschließen – unterstützt wird das Projekt über eine Digitalisierungsförderung des Landes Tirol.

Als Alleinstellungsmerkmal in der Branche bezeichnet Wesling das unterschiedliche Know-how der weltweit zehn Produktionsstandorte, das in Kombination (fast) jeden Kundenwunsch erfüllt. Doch die Vielzahl der Manufakturen und geschaffenen Motive hat auch einen Nachteil. „Ein neuer Designer in Irland gestaltet für einen Kunden ein spezielles Rentier, nicht wissend, dass wir ein solches fünf Jahre zuvor schon gebaut haben“, nennt Wesling ein Beispiel. Um solche Doppelgleisigkeiten zu vermeiden, will man allen Landesgesellschaften einen Überblick über Kompetenz und Produkte der Manufakturen geben. In eine zentrale Datenbank sollen sämtliche Informationen zu Produktionsstandorten und -prozessen einfließen, die weltweit für den Vertrieb abrufbar sind. Damit entsteht ein Motiversum, sozusagen ein globales System, das ab 2019 die MK Produktentwicklung revolutioniert. Wesling rechnet damit, dass das Motiversum hilft, „mit Kunden schneller zu einem individuellen Konzept zu gelangen und Kunden schneller Lösungen bieten zu können.“

Als zweiten Digitalisierungsschritt arbeitet man an einem neuen Geschäftsmodell. Gerade beim Design habe sich ein neuer Mitbewerb gebildet, schildert Wesling, Designer, die gar nicht aus der Lichtindustrie kommen, dem Kunden aber den Wunsch nach Artistic Design erfüllen. Diese Welt der Designer will man nun bei MK für sich und seine Kunden nutzen. „Kunden, die sich ein künstlerisches Design wünschen, konnten wir bislang unsere Designer anbieten oder externe, mit denen wir auf hohem Niveau zusammenarbeiten“, beschreibt Wesling den Status Quo, der in Zukunft durch ein Crowdsourcing-Modell auf einer digitalen Plattform ergänzt wird.


Zum Unternehmen:

MK Illumination wurde 1996 gegründet. Am Anfang dekorierten Klaus, Thomas und Marie Mark noch von Garage und Kofferraum aus die Weihnachtsbäume der Tiroler Hotellerie und Innenstädte, 2018 erwirtschafteten in zwei Geschäftsbereichen (MK Illuminationund MK Themed Attractions) weltweit 40 Landesgesellschaften, zehn Manufakturen und an die 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Umsatz von 130 Millionen Euro – ein Wachstum von 50 Millionen Euro allein inden letzten zwei Jahren.

Link: MK Illumination


Dieser Beitrag ist im „Standort Tirol“, Ausgabe Nr. 35, erschienen. Die gesamte Ausgabe mit weiteren Nachrichten aus dem Innovations- und Technologieland Tirol können Sie hier nachlesen.

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