Mit allen Sinnen

Der Duft der Zirbe in den eigenen vier Wänden, kristallklarer Trinkgenuss aus der Wasserleitung, optische Tiefenentspannung, Musik hören und fühlen mit dem ganzen Körper – innovative Tiroler sorgen für Wohlgefühl und Wellness-Feeling.

Hoch oben über dem Inntal steht sie, auf knapp 1900 Meter Höhe, und hat schon so manchen Zeitgenossen an sich vorbeiziehen sehen. Während im Tal sich Graf Meinhard anschickte, aus verschiedenen Ländereien das Land Tirol zu schmieden, bestand sie am Berg die Stürme der Jugend. Meinhard starb im Jahr 1295, sie steht immer noch in der unberührten Natur. Mit einem Alter von mehr als 750 Jahren gilt die knorrige Zirbe im Ampasser Kessel unweit des beliebten Zirbenwegs als der älteste Baum Tirols. Schon seit Jahrhunderten verströmt sie ihren intensiven und wohltuenden Geruch, werden doch dem Holz der Zirbe und ihren ausströmenden ätherischen Ölen zahlreiche positive Eigenschaften zugeschrieben, etwa, für einen tiefen und gesunden Schlaf zu sorgen. Einen Duft, den sich Benedikt Handler in sein Zimmer holen wollte. In Handlers Fall liefert den Zirbenduft nun kein Bett, Kasten oder Wandverbau, sondern ein eleganter Raumlüfter aus Zirbenholz.

Weniger am Duft, dafür an einem unverfälschten Geschmackserlebnis war Dietmar Meraner interessiert, wollte der Innsbrucker Weinhändler zum Rebensaft doch immer auch das beste Wasser serviert bekommen. Was es in Tirol auch in rauen Mengen gibt, stellt Meraner sofort klar: „Unsere Trinkwasserquellen und Brunnen liefern hervorragendes Wasser und wird in dieser Qualität bis zu den Gebäuden geleitet.“ Von dort werde das edle Nass aber am Weg zum Wasserhahn durchs Material der Rohre, durch schwankende Temperatur, durch Stillstandszeiten oder durch vorhandene Mikrobiologie leicht verändert. Meraner fand eine Lösung für einen reinen Wassergenuss: Ein dreifacher Filter, direkt vor der Entnahmestelle eingebaut, befreit Wasser von Keimen und Verunreinigungen, von schlechtem Geschmack und störendem Geruch.

Konzentrieren sich Dietmar Meraner mit seinem Unternehmen Wellwasser Technology und Benedikt Handler mit seinem zirb. auf Geschmack und Geruch, nähert sich Ernst Mussmann unsren fünf Sinnen über taktile und auditive Wahrnehmung gleich im Doppelpack.

„Ein Embryo nimmt alle Geräusche als Schwingungen über den Körper der Mutter wahr und fühlt sich dabei wohl und geborgen“, sagt der Unternehmer aus dem Tiroler Stubaital. Ähnlich ergeht es einem auf dem innovativen Körperschallsystem, das der promovierte Techniker entwickelt hat. Auf Mussmans Swave liegt man – das ist aber das einzige, was die patentierte Körperschalltechnologie mit einer Liege zu tun hat.

Spezielle Musik wird nicht wie bei klassischen Lautsprechern über die Luft verbreitet, sondern mit Schwingungsfrequenzgebern direkt über die Liegefläche und den speziellen Soundpads in Form angenehmer Vibrationen in den Körper weitergeleitet. Musik wird also mit jeder Zelle des Körpers „gehört“ (nach Wunsch steigert ein Kopfhörer das Klangerlebnis um die klassisch akustische Dimension). Durch ein in das System eingebautes 3D-Wave-Gelenk und die schwingend gelagerte Liegefläche entsteht zudem eine Art schwereloses Floating-Gefühl im dreidimensionalen Raum. Ernst Mussmann: „Ein Erlebnis, als würde man auf einer Luftmatratze von Meereswellen sanft getragen und geschaukelt.“

Rasche und anhaltende Tiefenentspannung verspricht auch Lucia N° 03, ihr Zugang ist allerdings einer übers Auge. Von einer bloßen Lampe kann nicht gesprochen werden, dafür stecken hinter der Kombination aus einem – in Geschwindigkeit und Intensität – flexiblen Stroboskop- und einem unterschiedlich hellen Konstantlicht zu viele Jahre Entwicklungsarbeit und ein langer Weg, beginnend vom Lichterlebnis bei einer Nahtoderfahrung. „Menschen, die diese Erfahrung gemacht haben, berichten von einem großen Glücksgefühl. Zudem kommt es zu einer Veränderung in ihrer Wertehierarchie, sie sind offener, sozialer und weniger materialistisch“, weiß der Psychologe und Psychotherapeut Engelbert Winkler, gemeinsam mit dem Neurologen Dirk Proeckl Vater von Lucia.

Dieser „Lichteffekt“ sei für ihn als Psychotherapeut nicht uninteressant, sagt Winkler, daher arbeite er auch mit hypnotherapeutischer Lichterfahrungen. Um die Wirkung – speziell bei nicht visuellen Menschen – zu verstärken, setzte er eine simple Taschenlampe ein. „Die Ergebnisse waren erstaunlich“, berichtet Winkler. So erstaunlich, dass er Proeckl kontaktierte. Ob man die erzielten Effekte nicht mit einem EEG messe könne.

Proeckl war interessiert, konnte EEG-Effekte auch messen und ergänzte das Dauerlicht mit dem Flackern eines Stroboskops, verpackt, lacht Winkler, „in einer Espressomaschine“.

Die Rückmeldungen der Menschen, die sich einer Session mit dieser Lucia N° 01 unterzogen, „waren ein Wahnsinn“, erzählt Martin Duschek, der für die light attendance gmbh Marketing und Vertrieb organisiert. Totales Relaxgefühl, Tiefenentspannung, Kreativitätsgeber – positiv genug jedenfalls, um der Espressomaschine auch ein professionelles Design zu verpassen. Und die in Zusammenarbeit mit dem Kufsteiner Unternehmen InEl entstandene Lucia N° 03 – kühler Edelstahl mit einem freischwingenden Kopf über zwei kufenartigen Füßen – wusste bislang zu überzeugen. „2010 ein dritter Platz bei der Internationale Erfindermesse in Genf sowie Gold bei der Invention Fair of the Middle East in Kuwait, 2011 dann noch der erste Platz bei der iENA In Nürnberg“, bilanziert Duschek.

Auf sich aufmerksam gemacht hat auch schon Ernst Mussmann. Als er damals, im Jahr  2008, mit einer herkömmlichen Klangliege zu tun, war das für den High-End-Audio-Spezialist sozusagen eine Initialzündung: „Ich wusste gleich: Da will ich mehr.“ Der Techniker griff auf sein Wissen aus den Forschungen am Joanneum Research und der Fachhochschule der Wirtschaft flossen zurück, das Ergebnis der jahrelangen Entwicklungsarbeit ist seine Swave, ein Kunstwort aus Sound und Wave, so Mussmann – und die Swave-Technologie ist vielseitig einsetzbar: als reines entspannendes Körperschall-Musik-Erlebnis; zur Stress- und Burnoutprophylaxe (Untersuchungen unter anderem mit den Business Doctors an Testgruppen mit stressbelasteten Menschen, bestätigen die positive und nachhaltige regenerative Wirkung); zur Verbesserung der Schlafqualität; zur besseren Regeneration nach sportlichen Belastungen; als Massageliege verwendet, verstärkt Swave die Wirkung jeder Massagebehandlung; sogar eine Massage-Behandlung mit Kleidung ist möglich. Ein Package, für das Mussmann 2014 in der Kategorie „Best Spa Innovation Technique“ mit dem European Health & Spa Award ausgezeichnet wurde.

Das Package, das die Wellwasser High Tech Wasseraufbereitungsanlage auszeichnet, ist ein dreifaches. „Ein Aktivkohle-Anschwemmfilter entfernt Schmutzpartikel,

unangenehmen Geschmack und Geruch. Selbst stark chloriertes Wasser schmeckt nach dem Filtern wieder frisch und rein. Der Bakterienfilter kümmert sich um Keime und Bakterien im Wasser. Und der hauseigene Wellwasser-Aktivator aus Edelstahl sorgt mit ausgesuchten Kristallen für eine Aktivierung des Wassers und den sprichwörtlichen „kristallklaren Trinkgenuss“, beschreibt Dietmar Meraner seine in Edelstahl verpackte Wellwasser-Technologie, die er auch schon in Delhi erfolgreich mit Wasser aus der öffentlichen Wasserleitung präsentierte. In der Gastronomie wird sie direkt vor dem Kühler-Karbonator eingebaut, an der Schankanlage kann damit Wellwasser still oder perlend gezapft werden. „Der Wirt produziert sein eigenes Wellwasser und spart sich damit Lager- und Kühlraum sowie den Transport von Wasser in Flaschen“, nennt er weitere wirtschaftliche und ökologische Vorteile. Vorteile, die man auch Zuhause genießen kann – die Home-Edition wird direkt vor der Küchenarmatur in die Kaltwasserleitung eingebaut, frisches Trinkwasser „entspringt“ dem Wasserhahn.

Eine Home-Edition fürs Schlafzimmer war auch der Ausgangspunkt für Benedikt Handler. Gemeinsam mit seinen Freunden Carl Simbruner und Nikolaus Stieldorf begann er mit einem Zirbenkastl zu experimentieren, nach wenigen Prototypen hatten sie im Herbst 2014 ihren zirb.Raumlüfter aus dem Holz des alpinen Nadelbaums soweit. Auf einer wenige Zentimeter hohen Basis aus vier verschränkten Zirbenholzbrettern steht der Rumpf, die „Fortsetzung“ der vier Bretter. In dessen unterem Ende ist der strombetriebene, lediglich acht Dezibel leise Lüfter angebracht ist, der obere Teil wird mit zirb.Locken gefüllt, um, so Handler, „eine möglichst große Zirben-Oberfläche zu haben“. Im Rumpf liegt noch eine Schale, die mit Wasser gefüllt werden kann, um den Zirbenduft im Raum zu intensivieren.

Inzwischen ist eine Produktserie auf dem Markt: das 27 Zentimeter hohe zirb.Lüfterl bezirbt eine Umgebung von bis zu zwei Meter, – ideal für Nachtkästchen oder Schreibtisch –, die größeren zirb.Luft und zirb.Bergluft sind für Räume bis zu 100 Quadratmeter gedacht. Um die zirb.Locken nicht so oft tauschen zu müssen, entwickelten Handler, Simbruner und Stieldorf ein tropfsicheres und patentiertes Duftabgabesystem, das in den zirb. gesteckt werden kann.

Reines ätherisches Zirbenöl – zu 80 Prozent aus von Hand geschnittenen Nadeln – steigert die Duftintensität und hält länger zirb.frisch. Wobei Handler schon an andere Öle denkt, um sich nicht nur Zirbenduft, sondern den Geruch eines ganzen Waldes ins Zimmer holen zu können.

Auf Individualität setzt auch Ernst Mussmann, der die Körperschalltechnologie inzwischen zu einem Behandlungskonzept weiterentwickelt hat, das dem „Swaver“ ein vollkommenes und damit regenerierendes und vitalisierendes Erlebnis der Tiefenentspannung bietet.

„Die tiefe Entspannung und Regeneration, die mit Swave erreicht wird, ist einzigartig und wissenschaftlich belegt. Stress-Abbau und die Stärkung des Immunsystems sind nachgewiesen und senken das biologische Alter schon nach wenigen Anwendungen. Das Swave-System kann inzwischen modular und individuell je nach Wunsch und Positionierung des Hotels zusammengestellt werden“, sagt Mussmann.

Kombinationen von Flacker- und Konstantlicht „zusammengestellt“ haben auch Engelbert Winkler und Dirk Proeckl, und zwar, wie Winkler betont, basierend auf den Erfahrungen, die Menschen mit bzw. unter Lucia N° 03 gemacht haben. Da fällt schon mal der Begriff „Lichtorgasmus“, wenn es darum geht, die Wirkung des Flackerlichts, das durch geschlossenen Augen auf die Netzhaut prallt, zu beschreiben. Ein Lichtgewitter, ein kaleidoskopisches Farbpanorama, ein Blitzlichtstakkato, das bei jedem Menschen andere Eindrücke und Wirkungen hinterlässt. „Wir haben aber festgestellt, dass es bestimmte Kombination von flackerndem und konstantem Licht gibt, die besonders wirken“, legt Winkler dar. Darauf aufbauend habe man unterschiedliche fixe „Sessions“ in die Software integriert, ebenso könne jedoch individuell kombiniert werden, meint Winkler, räumt aber auch ein: „Wir können nicht sagen, wie Lucia wirkt, nur, dass sie wirkt.“ Das Einsatzgebiet sei daher, so Winkler, auch ein breites, es reiche vom Medizin- über den Therapie- bis hin zum Wellnessbereich. Für letztere habe man, ergänzt Martin Duschek 2016 ein spezielles Lucia N° 03-Paket geschnürt, „mit dem der Gast – ähnlich einem Astronauten ins Weltall – als Psychonaut in seine Psyche eintauchen kann."

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